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Herr Sushi™
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Dein direktes Sprachrohr zu mir.

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Begegnung.

Manchmal frage ich mich, ob meine Träume vielleicht nichts weiter als nur Illusionen sind. Kommt das Gefühl in mir hoch, dass mein Leben mir nicht schenkt, was ich mir so sehr wünsche - und dass all meine Mühen, die ich mir gebe, um meine Sehnsüchte zu erfüllen, vergeblich sind. Denke in ruhigen und vor allem dunklen Momenten darüber nach, ob meine Ansprüche hier und da vielleicht doch zu hoch sind?

Doch dann kommt es mir ins Bewusstsein, dass ich nicht alleine bin, dass wir alle gebrannte Kinder sind und wir mehr als nur einmal enttäuscht und verletzt wurden. Ob nun von außen oder eben von uns selbst. Diese Erfahrungen machen uns ängstlich und lassen uns verhärten, ziehen einen Zaun um unser Herz und eine Mauer um unsere Seele. Fühlen uns allein. Doch wir sollten uns nicht in dieser Verschlossenheit verlieren und stehen bleiben. Dürfen uns dieser Schwere nicht hingeben. Es gilt so offen wie möglich zu leben und nicht ständig zu befürchten, dass sich unsere Entäuschungen wiederholen werden. Denn es könnte sein, dass wir schon morgen einem Menschen begegnen, der unsere schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen entkräftet …

Wir sollten immer zuversichtlich und geduldig sein, auch in Momenten der Hoffnungslosigkeit. Denn das Leben weiß, was jeder von uns braucht und wird es uns geben. Vielleicht nicht so schnell wie wir es erwarten und uns wünschen und vielleicht auch nicht in der Art und Weise, wie wir es uns vorstellen. Solange wir die Hoffnung auf das Finden des Glücks und der Zufriedenheit, nicht aufgeben, wird das Leben uns ebenfalls nicht aufgeben.

Immer wieder stellt uns das Leben vor Entscheidungen. Immer wieder eröffnen sich neue Lebensfragen. Und ist das Leben letztlich was für´s Leben? Immer wieder suchend nach dem richtigen Weg, um auf Einsichten zu treffen auf deren Basis wir unsere Entschlüsse treffen. Doch können sich manche Erkenntnisse als Fehlurteile erweisen und uns immer wieder erkennen lassen wie wir uns in falsche Entscheidungen verlaufen haben. Doch die Angst sollte uns nicht lähmen, vielleicht in eine falsche Richtung zu gehen. Denn Lähmung ist Stillstand - und Leben ist Bewegung. Darum sollte jeder Weg rechtzeitig entschlossen gegangen werden, auch auf die Gefahr hin, dass dieser vielleicht nicht der bestmöglichste ist. Früher oder später werden wir schon erkennen, ob und inwieweit wir unseren Kurs ändern müssen. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn wir es nicht hinterfragen könnten, wenn es uns keine Rätsel und Herausforderungen für uns aufgäbe. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn es die Angst nicht gäbe, die schöne Erfahrungen und Erfolge verhindert, aber uns auch im Grunde vor Fehlentscheidungen, Irrtümern und Verlusten schützt. Wir sollten niemals in Furcht erstarren, wenn wir uns die Fragen des Lebens stellen und scheinbar keine augenblickliche Antwort parat haben. Nur wenn wir trotz unserer Ängste Dinge wagen, haben wir die Chance, dass unser Mut belohnt wird. - Im besten Falle mit einem lebenswürdigen Leben für´s Leben. / hs.

Immer wieder stellt uns das Leben vor Entscheidungen. Immer wieder eröffnen sich neue Lebensfragen. Und ist das Leben letztlich was für´s Leben? Immer wieder suchend nach dem richtigen Weg, um auf Einsichten zu treffen auf deren Basis wir unsere Entschlüsse treffen. Doch können sich manche Erkenntnisse als Fehlurteile erweisen und uns immer wieder erkennen lassen wie wir uns in falsche Entscheidungen verlaufen haben. Doch die Angst sollte uns nicht lähmen, vielleicht in eine falsche Richtung zu gehen. Denn Lähmung ist Stillstand - und Leben ist Bewegung. Darum sollte jeder Weg rechtzeitig entschlossen gegangen werden, auch auf die Gefahr hin, dass dieser vielleicht nicht der bestmöglichste ist. Früher oder später werden wir schon erkennen, ob und inwieweit wir unseren Kurs ändern müssen. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn wir es nicht hinterfragen könnten, wenn es uns keine Rätsel und Herausforderungen für uns aufgäbe. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn es die Angst nicht gäbe, die schöne Erfahrungen und Erfolge verhindert, aber uns auch im Grunde vor Fehlentscheidungen, Irrtümern und Verlusten schützt. Wir sollten niemals in Furcht erstarren, wenn wir uns die Fragen des Lebens stellen und scheinbar keine augenblickliche Antwort parat haben. Nur wenn wir trotz unserer Ängste Dinge wagen, haben wir die Chance, dass unser Mut belohnt wird. - Im besten Falle mit einem lebenswürdigen Leben für´s Leben. / hs.

(Quelle: lieder-die-wir-lieben)

“ Die Realität lässt sich nicht ausradieren, jedoch kann ich die groben vorgegebenen Bleistiftkonturen, die mir das Leben und meine Umwelt vorzeichnet, mit weichen Nuancen verfeinern, die wiederrum nicht jedem Auge gefallen muss. Es gibt viele Kritiker in verschiedensten Bereichen, die mir Grenzen aufzeigen und nur wenige verstehen mein wahres Tun und Handeln. Nur ich selbst weiß was ich ausdrücken und was ich berühren will mit meinem Lebensbildnis und nur wenige werden treue Teiler meiner Ansichten sein. Aber genau diese wenigen beflügeln und geben Mut zu neuen Experimenten in Form und Farbe, über jegliche Grenzen hinaus, die es ohne Kritiken nicht zu überwinden gäbe. ”

—    Resultat eines Gesprächs in deren Verlauf an meinen Vorhaben gezweifelt wurde und glaubte mir neues zu sagen, obwohl das gesagte schon längst den Weg ins Geschichtsbuch fand. Fazit: Der größte Kritiker seiner selbst sollte man auch selbst bleiben!

Weg treiben mit dem Wind, wie eine Wolke. Schweben und für ein paar Augenblicke nur den Halt zum Boden verlieren. Wegfliegen, wegtreiben, von alle dem was auf Erden so wichtig scheint. Denke manchmal, ich wäre die Sonne, die dauerstrahlt, egal, ob es gerade regnet, stürmt oder schneit. Ganz unbeirrt über all das hinweg strahlen, was so sorgenvoll im Schatten liegt. Denke manchmal, ich wäre, nur um des “Sein” Willen, nur dafür und nicht um Güter zu sammeln oder Menschen zu ergötzen. Nein, einfach nur um das Leben zu atmen, zu existieren, wie die Wolke und die Sonne.

Und ich will fliegen, schweben, kreisen über die Wälder, über Gebirge, nach hause, mit dir. Wir wollen fliegen wohin uns das Gefühl treibt. Wir fliegen. Wir fliegen zusammen und blicken herunter auf Seen, Wiesen, Wälder, Häuser. Alles fliegt. Ich fliege. Sie fliegt. Die Schmetterlinge im Bauch sie fliegen. - Und dann fällt es mir auf, wie sehr ich doch ganz irdisch und erdgebunden schwerelos sein kann. Mit dir. Mit mir. Mit uns. Mit all diesen Träumen und Sehnsüchten, die uns treiben lassen und das Leben schenken.

Fotos: Flying Moments To Nowhere. by Herr Sushi™

Neue Wege.

Ich weiß ganz genau wohin ich will. Ich weiß genau was ich eigentlich will. Doch suche ich. Ich suche immer weiter den Weg. Nicht den richtigen, nein, eher diesen der mich dorthin bringt, zu diesen Zielen, die ich glaube wirklich zu wollen. Richtig und Falsch gibt es bis zum erreichen dieser nicht. Bequem, umständlich, vorteilhaft, unvorteilhaft, beflügelnd oder eben zeitweise erschmetternd. Bekanntlich gibt es immer wieder viele Wege zu den eigenen Zielen. Und dann natürlich immer eins nach dem anderen.

Heute war ein großer Tag im bisherigen Verlauf meines Lebensweges, obwohl das Ereignis doch eher unspektakulär für einen Aussenstehenden erscheint. Ich hatte meinen Eignungstest für den Einstieg in die Sozialpädagogik, um irgendwann auf längere Sicht auf der thertapeutischen Ebene zu landen, um meinen Erfahrungen für den Austausch ein proffesionelleres Fundament zu geben. Bis zum heutigen Tag, als ich vor dem Test saß musste ich viele Hürden nehmen. Nicht nur dass ich mich bis zu meinem 29. Lebensjahr so ziemlich in der irdischen Existenz verlaufen hatte, mir bis dato im exzessiven Konsum von Drogen und Alkohol der Sucht verschrieb, sondern mich auch in eine langjährige therapeutische Phase begab, um den Sinn des Lebens (insbesondere meines) und meine Selbstwertschätzung zu finden. Mit 30 vollbrachte ich einen kompletten Lebenswandel und eine intensive Selbstfindung. Es war nicht einfach Dinge loszulassen, die jahrelang als selbstverständlich galten. Es war eine Hürde das Herz zu öffnen um neue unbekannte Dinge zu berühren. Heute bin ich fast 35 und lange Zeit dachte ich, ich sei zu alt um neue Wege zu finden. Sei zu alt um einen neuen Versuch zu starten, um dass umzusetzen was ich in mir spüre umsetzen zu müssen und mit der Welt zu teilen. Aber es wurde mir sehr schnell bewusst, dass ich nie zu alt sein werde um weiter zu streben, weiter zu streben hin zu neuer Entdeckung ganz anderer Horizonte. Nie zu alt sein werde um wieder stehen zu bleiben um mich in Süchten zu verlieren. Ich habe den Lebensmut gefunden. Habe ihn gefunden in diesem tiefen Sumpf von Depression, voller Selbstmitleid und -zweifel.

"Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt.
Aldous Huxley

Meine derzeitigen Arbeiten, zum einen in einer Kinderschutzeinrichtung, zum anderen in der Suchtprävention mit Kindern und Jugendlichen, geben mir immer wieder die Bestätigung weiter zu gehen. Immer einen Schritt weiter dorthin, wo meine Erfahrungen mit Worten in kaputte, kranke Herzen gelangen können, um ihnen ein Stück zur Heilung helfen können. Um den verwirrten Menschen neue Orintierung zu geben und letzten Endes Hoffnung zu geben, dass es immer weiter geht, selbst wenn man glaubt allein und verlassen zu sein von all diesem "schönen Sein" .

In meiner Therapiezeit wurde ich belächelt, als ich meine beruflichen Pläne kundtat. Als ich sagte, dass ich alles dafür tun werde den Beruf als Maler und Lackierer nicht mehr ausüben zu müssen, nur wegen des Geldes wegen. Nein, ich will dass tun wofür die Bedeutung des “Berufes” steht. Berufung. Ich will dies alltäglich machen wofür ich lebe, was ich fühle machen zu müssen. Das umsetzen, was ich spüre in mir schlummern zu haben. Was Tag für Tag in mir pocht. Das ist dieses Leben, das ist meine Geschichte, die solch viele andere Menschen auch erleben. Leere, Suff, Drogen, Einsamkeit, irritierte Suche, der unkontrollierte freie Fall, Depressionen und die ewig pochende Frage: Warum existiere ich überhaupt? Das soll es es sein. Orientierung schenken, Möglichkeiten gemeinsam finden und die Hoffnungslosigkeit besiegen. - Und eben dass kann es für mich nur sein, wenn ich es selbst erlebt habe, dieses Leben. Dieses Leben mit all dem Schmerz, dieses Leben mit all seinem herzlichen Sonnenschein. - Ich bin 35. Fühle mich nicht zu alt. Weiß jetzt mit Sicherheit, nichts verpasst zu haben. Fühle mich bereit, um ehrlich mit Menschen Hand in Hand ein Stück Lebensweg zu gehen. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein klein bisschen Kompass zu sein. Und dafür will ich weiter gehen, weiter lernen, alles geben um irgendwann einmal zu sagen: Ich habe niemals aufgegeben, dass zu teilen, was mir das Leben nehmen wollte.

Und so will ich meinem Optimismus mit dem schönen Zitat des Herrn Würth, zumindest in meinem heuitigen Blogeintrag, ein Ende setzen und mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft des Lernens, Strebens und neu entdeckens schauen…

"Lebenslang lernen ist ein Stück Selbstverständlichkeit, und doch wird ein aufmerksamer Beobachter feststellen, daß sich die Menschen seiner Umwelt in zwei Lager aufzuteilen scheinen: die einen schon mit 40 vergreist, lustlos am Leben vorbei lebend, phlegmatisch, nicht nur körperlich feist und dick, auf dem Weg zur Senilität. Andere im Alter von 70 machen einen wendigen, optimistischen, agilen und positiven Eindruck, sind unabhängig von der Berufslaufbahn aktiv geblieben und beobachten ihre Umwelt aufmerksam und positiv. Analysiert man beide Gruppen, dann zeigt es sich, daß erstere verlernt haben, zu lernen, während letztere sich analytisches Denken und den Drang zum Leben bewahrt haben."
Reinhold Würth

“ … Wenn du deinem Leben und der Summe aller Jahre Glauben schenkst, dann hast du so viele Spuren hinterlassen wie du Wege gegangen bist. Und Spuren sind zwar nicht immer gut, aber sie bedeuten, was du gemacht hast, wo du überall warst und das es sein kann, dass du irgendwann genau da ankommst, wo du über all die Umwege hinwillst. Orientierung ist nicht alles, denn wer die ganze Zeit den Weg befolgt wie er beschrieben ist, der schreibt keine eigene Geschichte. ”

—    Aus "Aufrunden" von Sarah Riedeberger
Bonobo - Essential Mix (2014-04-12).

An Bonobo kommt man derzeit einfach nicht vorbei. Zu gut ist sein Kram, egal ob seine Alben, seine wunderbaren Remixe oder eben seine DJ-Mixe, die jedes Mal beweisen, dass Gefühl und Tanzbarkeit keine Gegensätze sind. Sein Beitrag für die Essential Mix-Reihe der BBC macht da keine Ausnahme. Auf die gleiche Art, auf die wir zu dem globalen Sound, den wir hier so mögen, “Don’t call it World” sagen, würde ich das hier am liebsten “Don’t call it House” nennen. Und das ist mit das größte Kompliment, das ich Musik aussprechen kann. Simon Green aka Bonobo sagt über den Mix, er hätte darin Musik verbaut, die er zur Zeit gerne zu Hause hört, Musik, die er gerne auflegt und Musik, die er gerne geremixt hat. Das hören wir gerne und somit können wir mit diesen Klängen das Wochenende in aller Entspannung verabschieden um die neue Woche bis zum kommenden Freitag getrost und rhythmisch willkommen zu heißen.

Tracklist:

Vangelis – Abraham’s Theme / Bonobo – Don’t Wait / Letherette – D&t (Dorian Concept Remix) / Dark Sky – Clear / Maya Jane Coles – Something In The Air (Bonobo Remix) / Catching Flies – Mama’s Wisdom / Mano Le Tough – Primative People (Tale Of Us Remix) / Dauwd – Lydia / Cuthead – Maputo Jam / Maribou State – Moon Circles / Sharon Van Etten – We Are Fine (Tourist Remix) / Jimpster & Porchlight – Porchlight And Rocking Chairs (KiNK Remix) / Lorca – Naoko / Bonobo feat. Grey Reverend – First Fires (Maya Jane Coles Remix) / Jungle – Drops (Pedestrian Edit) / Werkha – Lapwing / Ten Walls – Requiem / Francis Bebey – Bissao (Pilooski Edit) / General Ludd – Woo Ha / Romare – Jimmy / William Arcane – Reflected / London Grammar – Hey Now (Bonobo Remix) / Taylor Mcferrin feat. Emily King – Decisions / Throwing Snow feat. Adda Kaleh – The Tempest / Kelis – Runnin’ (Machinedrum Remix) / Illum Sphere – Embryonic (Lone Remix) / Martyn – Glassbeadgames (Four Tet Dub)

Mille Grazie an die Blogrebellen.
Happy Week(ender)!

Der heutige Arbeitseinsatz im Namen des Lusaner Frühjahrsputzes an meiner Arbeitsstelle, lenkte meinen Blick bei weitem nicht nur auf die tiefgründigen Wissenschaften der Reinigung am Boden und der zu erledigenden Aufgaben, sondern verlor ich mich doch desöfteren mit erhobenen Blick in der Vielfalt dieser Blütendächer. Glanz & Doria.

Blossomia. by Herr Sushi™

Der Zweifel zeugt den Zweifel an sich selbst.

I. Irgendwann wird alles wieder.

Wenn man den Glauben an sich selbst verliert, ist man am Boden. Es ist ein furchtbares Gefühl, ein Gefühl der Unzulänglichkeit an die Anforderungen des Alltags. Und immer mal wieder tauche ich tief darin ein, verliere den Halt, bleibe stehen. Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich hatte glückliche Jahre hinter mir. Klar, natürlich hin und wieder mit Zweifeln behaftet, aber doch irgendwie einen größeren Plan im Hinterkopf. Und dann reiht sich eine Enttäuschung an die andere, ein Scheitern folgt dem Nächsten. Vergessen sind dann all die Erfolge, all das, was man bisher schon erreicht hat, all die tollen Sachen, die vielleicht nur wenigen in meinem Alter bisher passiert sind. All die Dinge, für die man hart gearbeitet hat, in denen so viel Herzblut steckt, dass es fast schon unnatürlich ist. Was bleibt ist der Zweifel: Ob man sich für den richtigen Weg entschieden hat. Ob man sich vielleicht alles nur schön geredet hat und vieles schon so lange Zeit falsch gelaufen ist. Dieser Sumpf tauchte im vergangenen Jahr auf. Es war eine anstrengende Zeit, unglaublich viel zu tun, unglaublich wenig Zeit, vor allem für mich selbst. Einen Schritt habe ich reingemacht, in den Matsch, bin stecken geblieben. Und habe wohl auch gar nicht erst versucht, den Fuß wieder herauszuziehen. Habe Halt gemacht, genoss anfänglich wahrscheinlich sogar das Gefühl des leichten Einsinkens. Selbstmitleid tut manchmal gut, doch wie überall sollte man eine Überdosis vermeiden. 

"Und wie überall kann man eine solche Überdosis wohl nur schwer einschätzen, wenn man erst einmal vom köstlichen Geschmack gekostet hat." Antonio Machado

So bin ich eingesunken, immer tiefer, immer weiter.

II. Wege entstehen im Gehen.

Ich kann es nicht genau sagen, welche Zutaten ich für den Sumpf verwendet habe. Im Nachhinein fühlt es sich so an, als wäre da eine ganze Menge einfach zusammengekommen. Hätte sich gesammelt, hätte alles aufgesogen um in einem unscheinbaren Moment hinterrücks zu erschlagen. Und ich habe es gewähren lassen. Ich konnte nicht mehr. Vielleicht war es, weil ich zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder einmal an einer Weggabelung angekommen bin.

"Und wie so oft habe ich mir großartige Dinge vorgenommen und wie so oft habe ich nur das Mindeste umgesetzt. Habe Hindernisse verhindert und bin den leichtesten Weg, einen beleuchteten Radweg entlang gefahren, kein Widerstand, aber auch kein voll und ganz erfüllendes Leben." Else Lasker-Schüler

Ich bin ein Feigling. Und ich finde das jetzt keine so abstoßende Eigenschaft wie so manch anderes an mir. Während andere offenbar in allem sehr extrovertiert und nach außen hin cool und gelassen auftreten können, muss ich mich erst einmal dahin stoßen. Wenn ich dann aber einmal einen Fuß in die Türe gesetzt habe, wenn die ersten paar Hürden überwunden sind, bin ich wie ausgewechselt. Aber dieses Mal wollte ich keinen Fuß in eine Türe setzen, diesmal wollte ich keine Hürden überwinden. Dieses eine Mal wollte ich den allereinfachsten Weg gehen. Habe es nicht gewagt und habe auch das auf meine Liste gesetzt, welche mich stets aktuell über meine Unzulänglichkeiten am Laufenden halten soll. Und weil mich all das kaputt gemacht hat, zumindest ein ganz kleines bisschen, hielt ich es plötzlich auch nicht mehr aus, Kritik zu akzeptieren. Kritik an meiner Arbeit war automatisch eine ganz persönliche Kritik an meinem innersten Ich. Manchmal fühlte ich mich wie ein Kind, dass irgendetwas falsch gemacht hat und dafür geschimpft wurde. Weil man sich nicht auf dieses verlassen konnte. Weil es nicht so ist, wie es gewünscht war. Es war keine leichte Zeit, nicht für mich noch für irgendwen, das sage ich euch. Doch ich wollte es nicht verstehen und es war vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht erst zu verstehen. Vielleicht war es damals gut, so wie es war, so zerstörerisch es auch gewesen sein mag, vielleicht war es gut.

III. Meine Träume fallen in die Welt.

Doch der Sumpf ist nicht die Lösung. Für nichts. Er hilft einem nur, mal kurz Halt zu machen, lässt es aber auch zu, dass alles plötzlich im falschen Licht erscheint. Die Welt ist gegen einen und man selbst an die Wand gedrückt, bewegungsunfähig und starr. Aber wenn man nur einmal versucht, den Fuß ein kleines bisschen zu bewegen. Wenn man sich aufgrund der Bewegung einen kleinen Hohlraum mit seinen Zehen schaufeln konnte, wenn man plötzlich wieder Luft zum Atmen hat. Dann kommen sie wieder zurück. Sie, die Träume. Dann spürt man sie endlich wieder, spürt, welche große Erfolge man schon feiern konnte, welch Errungenschaften man bereits sein Eigen nennen kann. Erkennt, dass man vielleicht nicht alles perfekt machen kann, aber irgendetwas Bestimmtes eben schon. 

"Man erkennt seine Talente, erkennt seine Schwächen und man kann sie endlich auch akzeptieren." Novalis

Und auch wenn man nicht mehr zurückkann zu der einen Weggabelung, zu der entscheidenden, und das wahrscheinlich auch gut so ist, kommt wieder ein Abzweigung. Kommen Träume und Ziele, kommen Ideen und Hoffnungen. Große Pläne, die vielleicht noch nicht einmal zu Ende gedacht worden sind, und doch schenken sie Kraft. Das geht nicht von heute auf morgen, zu sehr kleben die Reste des Sumpfes noch an den Beinen. Aber es wird wieder. Irgendwann wird alles wieder.

IV. Für das Lebendige ist kein Ersatz.

Die paar Monate auf der Bremse, die Wochen in Zeitlupe. Sie gehören zu diesem Leben dazu, ja, sie sind wahrscheinlich auch ganz wichtiger Teil dieses Lebens. Aber man darf nie darauf vergessen, dass da noch etwas kommt. Das das nicht alles ist. - Und vielleicht ist die größte Erkenntnis aus dieser Zeit, dass ich bei allem, was ich mache, bei allem, was ich erreichen möchte, in gar keinen Fall auch mich vergessen darf. Man kann auch Halt machen, ohne einen Fuß in den Sumpf zu setzen. Nur so spürt man all das besser, seine Fähigkeiten und seine Erfolge, seine Niederlagen und seine Schwächen. Kann erkennen, wo der Fehler im Detail liegt. Kann erfühlen, wie es geht. Wie es geht, wieder durch und durch lebendig zu sein.

© by Dominik Leitner | http://dmnkltnr.tumblr.com

Manchmal.

An Tagen wie diesen kommt mir mein Leben so vollkommen und doch halbherzig vor. Obwohl es zeitweilen von Brüchen und hoffnunglos überwindbaren Hürden durchsäät wurde und wird, weiß ich ganz genau was alles war und ich weiß was noch kommen wird neben all diesen Dingen die man nicht ahnen kann. Aber gerade in diesen Momenten, in denen es mir ganz bewusst wird, dass man mit Einsatz und zähnezusammenbeißender Mut diese tiefen Täler durchqueren kann um sich dann irgendwann am Ende eines Abschnitts ganz weit oben unter der Sonne, auf einer grünen Wiese liegend, ein Lob in Freude zusprechen kann. Genau in diesen Momenten fühle ich, dass ich trotz alledem gerne teilen würde. Teilen würde, weil ich teilen kann, weil ich eine Verbindung gefunden habe. Gerade dann wird mir bewusst, dass ich ganz alleine auf dieser Wiese liege und zurück blicke auf einen Weg mit vielen Begegnungen. Zurück blicke auf viele Begegnungen mit Menschen die mir beiseite standen, die mir halfen, die mich stützten. Doch leider fand noch niemand dieser, und unter all den Massen dieser strömenden Menschenmenge, einen Platz neben mir auf der Wiese unter dieser Sonne.

Dann frage ich mich ob ich alles schaffe was es heißt auszustehen im Leben. Frage mich wie lang ein Mensch kämpfen kann, ohne hin und wieder das Geschenk zu finden in lieblicher Geborgenheit Ruhe und Kraft zu schöpfen. Und es wird mir klar vor Augen, dass es mehr gibt als nur die Proben des Lebens zu meistern. Es ist dieses Ding mit der Liebe. Ich weiß es ganz genau, dass sie mir gut tun würde und doch durchfährt mich Angst bei dem Gedanken an diese Fusion von Gefühl und Zwischenmenschlichkeit. Frage mich wieviel Kraft ich aufbringen muss, um mein Herz offen zu tragen, während ich mich im gleichen Augenblick hinterfrage wieviel Kraft ich schon aufbringen musste diese Mauern um mich herum aufrecht zu erhalten. Ich befinde mich im ständigen Zwiespalt, wie in einer Art Bollywood-Verschnitt von Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Der eine Part sehnt sich so sehr und verzeert sich nach diesen einen Menschen, der mit mir diese Momente genießen kann, nebeneinander liegend unter dem Licht unserer Sonne. Und der andere verdrängt das Gefühl um nicht den pragmatischen Weg aus dem Blick zu verlieren. Und doch überwiegt immer mehr der Wille lieben zu wollen. Ja, lieben zu können. Ohne Angst, ganz frei mit meiner ganzen Herzenswärme. Nebeneinander liegend und sich ganz leise zuflüsternd wie sehr man sich doch liebt.

Ja, manchmal, da lebe ich in diesen Momenten voller Erfüllung da oben auf dem Gipfel und merke erst wieviel Sehnsucht eigentlich noch in mir ruht.

Herzchenmalerei

Weil es nun mal Zeiten gibt, in denen wir immer und überall einmal Herzchen denken, fühlen und malen…

Ich sehe Herzen, ich male Herzen, ich fühle Herzen und auch sonst ist irgendwie alles herzförmig… Ich mache mir schon ab und an meine Gedanken, warum ich so seltsam herzlich angehaucht bin. Bin ich umnachtet von einem düsteren Schatten? Leide ich unter einer chronischen Verweichlichung? Oder bin ich einfach nur verliebt? 

Die endgültige Klärung meiner selbstfinderischen Frage werde ich wahrscheinlich nicht finden, da meine untrainierten Synapsen und Verknüpfungstheorien früher oder später ihren Geist aufgeben werden. Vielleicht obliegt es einer optischen Angelegenheit. Rein aus der gestalterischen Perspektive finde ich Herzen, wie auch herzförmiges, wunderschön anzuschauen. Es vermittelt doch irgendwie etwas ruhiges, aktives und zugleich etwas vertrautes und harmonisches. Klar, jenes medizinische Wunderwerk schlägt unter unserer eigenen Brust. Es ist unsere Lebenspumpe. Genau genommen fängt das Herz schon in der Zeit unserer Geburt an zu schlagen, bevor sich unsere anderen Organe noch in der Entstehung befinden. Wie in unserem gegenwärtigen Leben: Das Herz wollte schon immer etwas sagen, aber die Sensibilisierung einiger Wahrnehmungen meines Ichs waren auf diese Art der Kommunikation noch nicht ein- oder ausgerichtet. Der französische Pilot und Schriftsteller Antoine De Saint-Exupery schrieb im „Kleinen Prinzen“:Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.  Und ein Satz, der so häufig, unter anderem auch in der seelischen Heilung, vermittelt wird, kann nicht nur Wortmalerei sein. Da steckt mehr dahinter. Diese Aussage aus dem Kinderbuch war einst der erste Leitfaden, den ich von einer Therapeutin bekam als ich mit meiner Selbstfindung begann. Man kann sich sicherlich vorstellen was ich dachte: „Die hat mal ordentlich einige Latten vom Zaun!“ Wahrscheinlich denken genau dieses auch einige Menschen von mir, wenn ich heute vor ihnen stehe und von Herzenssprache und Seelenverwandtschaft philosophiere. Klar, dürfen sie ja auch, ich hab es ja auch gemacht, es dürfen alle mal. Aber es dürfen wirklich auch alle mal Herzchen malen.

Ich male Herzen in den Kaffee, auf Rechnungen, auf Belege, auf Notizen, auf der Bahnfahrt in meinem Kopf, in der Gemeinde, in Konflikten, beim Frühstück, in Unterhaltungen… eigentlich denke ich immer „herzlich“. Und wenn Sie mich kennen würden. Im ersten Augenblick dächten Sie wahrscheinlich, eher stehe ich unter Drogen, als würde ich mich mit Selbstfindung, Harmonie, Liebe und Herzensangelegenheiten beschäftigen und schon gar nicht mit diesen Werten leben. Ich habe eine Glatze, bin tätowiert und gepierct im Gesicht. Und genau da habe ich die Erfahrungen gemacht, dass manche Menschen nur mit dem Auge sehen und andere eben mit dem Herzen, die letzteren schauen hinter die Fassade. Die sehen den wahren Menschen, die Seele. Wir Menschen sind so sehr manipulierbar durch Schein und Illusion. Wir manipulieren uns untereinander, gegeneinander, miteinander. Wirklich kennen tun sich nur wenige Menschen. Im Idealfall natürlich die Partner in einer Liebesbeziehung. Aber wenn ich an meine vergangenen Liebesbeziehungen denke bin ich mir selbst da nicht so sicher. Denn wollte ich da nicht irgendwie immer meiner Freundin gefallen? Da habe ich mich doch gerne für ein paar Stunden verstellt um der zu sein, den sie nach meiner Intuition wollte um den Menschen zu vermeiden der ich eigentlich bin. Heute für mich blanker Horror. Aber da kenne ich einige lebende Exemplare mehr von dieser Sorte. Heute würde ich auch eine andere Herangehensweise an den Tag legen, klar. Aber ich kenne auch Paare, da merkst du diese gehören einfach zusammen. Und diese Beziehungen haben die Herzen zusammen gebracht, nicht der Kopf und sein Verstand. Auf den Verstand zu hören ist leider leichter, als auf das Herz. Der Verstand sendet die scheinbare erste Intuition, aber das tut er nicht wirklich. Er ist einfach nur verdammt laut, daher entscheiden wir auch meistens falsch. Man muss sich sehr viel Zeit nehmen um auf sein Herz hören zu können, aber es ist mit der Zeit wie ein Training, die Herzenssprache nimmt den Vorrang ein und der Kopf kontrolliert eigentlich nur noch die Realisierbarkeit. Das ist eine recht coole Sache für den eigenen inneren Frieden.

Das Leben offenbart Facetten im Alltag, da bekommst Du die Tür nicht mehr zu! Und das ist vielleicht auch schon das Geheimnis, warum ich denn nun Herzen male und denke, weil ich LIEBE! Aber nicht nur diese liebe Liebe, sondern die Liebe zum Leben. Die Liebe zu allem. Ich erlebe Erfüllung durch das Dahinter. Nicht gleich immer, dass ist Scheiße man, sondern erstmal schauen welche Wege führen doch zu einem Ziel. Dinge einfach aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Nicht nur immer alles stino geradeaus. Und das sagt mir alles mein Herz und nicht mein Verstand.Und darum: Mein Herz liebt und ich lebe!

Mein Verstand sagt nur: Haste doch ganz gut gemacht!  ♥

(Quelle: herrsushi)

Eine Woche lang hüllte sich Herr Sushi in eine multimediale Sendepause voller Erneuerungen und des Schaffens eines neuen inspirativen und kreativen Raumes. Wer Insprationen sucht, findet diese von Zeit zu Zeit in Veränderungen. In kleineren, wie auch in größeren. Im Umfeld, im Handeln, im Denken. Gerade versuche ich mich in vielen Veränderungen. Ein Umzug in eine andere Stadt ist vollbracht, eine neue Ausbildung steht in Aussicht, meine derzeitigen Jobs eröffnen mir immer wieder neue Perspektiven.
Nun ist es offiziell aufgeschlagen, das nächste Kapitel meines langen Weges zur Selbstfindung, welchen ich mir zu Beginn dessen mit Sicherheit so ziemlich unkomplizierter, wie auch “hürdenfreier” ausgemalt hatte. Vor knapp 5 Jahren gab es das Wort Zukunft nicht in meinem Vokabular, geschweige denn dass ich mich mit dieser beschäftigte. Und heute greife ich nach dem was mir Erfüllung verspricht, auch auf langfristige Sicht. Es geht nicht mehr nur um den momentalen Kick, um schnelle Befriedigungen meiner Wünsche. Es stimmen die derzeitigen Aufgaben mit samt den Kolleginnen und Kollegen, das Ziel vor Augen mit all den kleinen Ettappen, die Menschen und vor allem das Streben nach dem was mich Tag für Tag weiterhin erfüllt. Dreh- und Angelpunkt ist nun meine neue Homebase, meine neue Schreibstube, an meinem neuen Ort der Ruhe und Inspiration. Es ist wieder einmal Zeit anzukommen, sich einzuleben und zu hoffen dass mein Licht auch hier weit über meinen Horizont hinaus scheint. - Es ist vielleicht ein nicht allzu bedeutender Schritt für die Menschheit, jedoch ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung für das Leben des Herrn Sushi.
Mit freundlichen Grüßen Herr Sushi

Eine Woche lang hüllte sich Herr Sushi in eine multimediale Sendepause voller Erneuerungen und des Schaffens eines neuen inspirativen und kreativen Raumes. Wer Insprationen sucht, findet diese von Zeit zu Zeit in Veränderungen. In kleineren, wie auch in größeren. Im Umfeld, im Handeln, im Denken. Gerade versuche ich mich in vielen Veränderungen. Ein Umzug in eine andere Stadt ist vollbracht, eine neue Ausbildung steht in Aussicht, meine derzeitigen Jobs eröffnen mir immer wieder neue Perspektiven.

Nun ist es offiziell aufgeschlagen, das nächste Kapitel meines langen Weges zur Selbstfindung, welchen ich mir zu Beginn dessen mit Sicherheit so ziemlich unkomplizierter, wie auch “hürdenfreier” ausgemalt hatte. Vor knapp 5 Jahren gab es das Wort Zukunft nicht in meinem Vokabular, geschweige denn dass ich mich mit dieser beschäftigte. Und heute greife ich nach dem was mir Erfüllung verspricht, auch auf langfristige Sicht. Es geht nicht mehr nur um den momentalen Kick, um schnelle Befriedigungen meiner Wünsche. Es stimmen die derzeitigen Aufgaben mit samt den Kolleginnen und Kollegen, das Ziel vor Augen mit all den kleinen Ettappen, die Menschen und vor allem das Streben nach dem was mich Tag für Tag weiterhin erfüllt. Dreh- und Angelpunkt ist nun meine neue Homebase, meine neue Schreibstube, an meinem neuen Ort der Ruhe und Inspiration. Es ist wieder einmal Zeit anzukommen, sich einzuleben und zu hoffen dass mein Licht auch hier weit über meinen Horizont hinaus scheint. - Es ist vielleicht ein nicht allzu bedeutender Schritt für die Menschheit, jedoch ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung für das Leben des Herrn Sushi.

Mit freundlichen Grüßen
Herr Sushi

Glückskind.

“Ich bin glücklich. Nicht sonderlich mehr als du, aber auch nicht weniger.”

Unter mir knirscht das Glück mit jedem Schritt den ich gehe. “Hallo”, ruft es. “Hier bin ich, sieh mich an, behalt mich, versprich es, behalt mich!” Und ich möchte es versprechen. Und ich möchte es festhalten. Und ich möchte es verteilen, auf der ganzen Welt, und unter allen Menschen die ich liebe, und ich will mein Glück unter dem Glück teilen, solange bis wir irgendwann alle ganz erschöpft sind, vom ganzen glücklichsein.

Aber Glück ist leider auch nur ein Wort, nur eine Momentaufnahme, die vor dir liegt, wie ein Blatt Papier, auf dem etwas steht, und beim nächsten Ausatmen davon fliegt, weil dir die besten Dinge ja sowieso immer viel zu schnell entgleiten, obwohl du noch ganz losgelöst bist, obwohl du noch gar nicht richtig fassen, noch nicht halbwegs kapieren konntest, was eigentlich passiert ist.

Und dann ist es weg, noch ehe du es wirklich greifen konntest. Noch ehe du es verinnerlicht und akzeptiert hast, es ist schon weg, ehe du überhaupt im Glück ankommen konntest, noch bevor auch du sagen konntest: “Hallo, bleib da, versprich es, bleib einfach da.”

Aber Glück ist auch einfach nur Glück. Nur Glück. Und eben dies fällt einem zwischen die Stirnlappen, wenn man es dann hat. Glück ist schweigsam. Es redet nicht viel, es packt dich nur irgendwann wie aus dem Nichts, schüttelt dich, und das einzige was du machst ist zittern. Zittern und stottern und du sagst den ganzen Tag nur: “Wahnsinn” und “Wow” und “Ohgottohgott”. Mehr fällt dir nicht ein. Mehr fällt dir einfach nicht ein, außer der üblichen Sprachlosigkeit, die dich auch begleitet, wenn dich die Traurigkeit überfallen und ausgeraubt hat, wenn sie dich bis an deine Grenzen und fernab vom Ufer treibt.

Glück, lache ich jetzt, wie betrunken, Glück ist genau das, was dich so richtig fordert. Auf einmal ist es gar nicht der Trübsinn und nicht all die Zweifel, es ist genau das, was man wollte: Glücklichsein.

Es ist der ersehnte Tsunami, der dich umhaut und der dich herumwirbelt und der dich auf einmal in eine ganz neue Sequenz deines Leben bringt, der dich bis an die Substanz treibt, der dich herum dreht und bei dem du dich auf den Kopf stellen, es aber trotzdem nicht beeinflussen kannst. Irgendwie. Irgendwie kannst du nie etwas, nicht wahr? Zumindest nie das, was du hast. Du kannst plötzlich noch nicht einmal mit Glück umgehen, obwohl du das doch gedanklich schon x-Mal durchgespielt hast. Doch das war nur Schein und nur ein Traum, dass war alles nur ein Gedanke von etwas, was du gar nicht kanntest. Die Vorstellung war immer so anders. Sie war so unendlich leicht.

Und das Glück schwer ist, war das letzte woran ich dachte, wenn ich mich vor dem Einschlafen danach sehnte. Glück ist ein Wort, oder kein Wort, sondern ein Gefühl, oder vielleicht auch gar nicht da. Da ist gerade nur etwas passiert, was die meisten Sorgen löst, oder zumindest lockert. Und dennoch ist da nichts, was dir sagt, wie es weitergeht. Ich frage nur weiterhin die Menschen, was ich tun soll. Ich leihe mir Ratschläge und gebe sie nach einem Versuch zurück, ich borge mir Hoffnung und manchmal schaue ich mich unverwandt im Spiegel an und frage: “Wer bist du? Wer bist du eigentlich, dass du auf einmal so ein riesen Glück hattest?” Und niemand antwortet. Keiner sagt mir, wieso eigentlich. Und jemand fehlt, dem ich danken kann und der mir verspricht, dass das kein Ende nimmt, der mir sagt, dass ich mich locker machen soll, weil das hier jetzt sicher nicht so bald aufhört, sondern noch eine Weile bleibt, solange, bis ich klar komme mit mir und mit dem Glück.

Denn dieses Abnehmen von Dingen, von Menschen und Momenten, von Lieben und von Entscheidungen, dieses Verschwinden und das im Regen stehen lassen, ist der Grund, weshalb man immer schon vorher aufgibt, damit man sich nicht an etwas gewöhnt was keinen Bestand hat, und das weiß man, weil Glück nun mal nicht ewig währt. Es ist die schwierige Aufgabe im Leben, Dinge oder Geschehnisse loslassen zu müssen, deswegen schon loslassen, bevor man überhaupt angefasst, bevor man überhaupt angefangen hat. So als würde man schon gehen, ehe man gekommen ist, schon sterben bevor man gelebt, schon hassen ehe man geliebt hat. Das gleiche gilt fürs Glück, denn was im ersten Moment so leicht erschien, ist im nächsten eigentlich das Schwerste was es zu überleben gibt, weil man aus Erfahrung weiß, dass man es bald schon wieder abgeben muss.

© Text: Sarah Riedeberger

Ein Moment des Versprechens.

Sie entstehen aus dem Nichts, diese Momente die ich immer wieder versuche zu greifen, obwohl sie an mir vorbeiziehen und ich mir eigentlich bewusst werden müsste, dass ich sie so nie erreichen kann.

Ich kann sie nie erreichen, wenn ich blind in der Welt stehe. Wenn ich keine Menschen sondern nur graue Schatten sehe und nie werde ich sie begreifen, wenn ich immer wieder achtlos an ihnen vorüber gehe. Es sind immer wieder gerade die kleinen Dinge im Leben, die mir gerne so schnell aus den Händen gleiten. Sie verstecken sich gerne in Muscheln, in denen man das Meer rauschen hört, aber auch im Lachen eines liebevollen Menschen.

Doch ich werde sie nie finden, wenn ich nicht zuhöre und auf sie eingehe. In der Kürze steckt die Würze, doch die Liebe steckt im Detail. Eine einzige Träne kann eine ganze Flut von Gefühlen in Bewegung setzen, die mich mitreißen oder überrollen kann. Trotz jeglichem Verlangen nach Individualität kann ich allzu schnell im Menschenmeer unter gehen, im Versuch gegen den Strom schwimmen zu wollen. Ich werde diese Gefühle nie wirklich spüren, wenn ich nicht mitfühlen will. Aber ich weiß ja nie “wo das hinführen könnte” und was ich “dadurch erreiche.“ Ich erlebe soviele wundervolle Augenblicke, begegne so vielen wunderbaren Menschen. Und ich frage mich immer wieder die Frage: “Weiß ich das alles auch wirklich zu schätzen?”

Mensch, sag ich so oft zu mir, mach endlich dein Herz auf. Mach dein Herz auf und zeig was du wirklich fühlst. Mach dein Herz auf, weil bestimmte Menschen darin einen Platz brauchen. Mach dein Herz auf, weil es Momente gibt, die darin Wurzeln schlagen wollen um weiter zu gedeihen. Und manchmal höre ich mir wirklich zu, höre meine Ängste, meine Befürchtungen und Hoffnungen. Höre meine Fragen. Dann verspreche ich mir, allem was mir im Leben wichtig wird, ein Zuhause in meinem Herzen zu geben, weil ich es dort am leichtesten wiederfinden kann, als mich selbst weiterhin im endlosen Gewirr der großen Suche meines Lebens zu verlieren… Aber es ist eben auch nur ein Versprechen und das eigene Herz ist manchmal verdammt weit weg und hüllt sich in stille Poesie.

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